Geschichte

Die Region des heutigen Finnlands wurde schon bald nachdem die letzte Eiszeit endete besiedelt. Diese Besiedlung durch erste Jäger und Sammler liegt bis zu 10.000 Jahre zurück. Wahrscheinlich kamen die ersten Siedler aus dem Baltikum im Süden und dem heutigen Russland im Südosten. Bis zur Bronzezeit entwickelten sich Tauschnetzwerke die bis in das Baltikum reichten. Finnland war in dieser frühen Zeit vielen verschiedenen kulturellen Einflüssen ausgesetzt. Diese kamen sowohl aus Russland, aus dem Baltikum, als auch von den sich entwickelnden nordischen Kulturen im Westen, die ihren Einfluss besonders auf die westlichen Küstenregionen ausübten. Im Laufe der Eisenzeit und des frühen Mittelalters wurde die Region langsam aber stetig von Schweden erobert.
Bis zu dem Abschluss des Friedensvertrages von Nowgorod am Anfang des 14. Jahrhunderts kämpften Schweden und Nowgorod um Finnland. Nowgorod war zu dieser Zeit ein mittelalterlicher russischer Staat. In dem Friedensvertrag erhielt Schweden den Großteil West- und Südfinnlands und Nowgorod Teile Ostfinnlands, wie zum Beispiel die Region Karelien. In den Jahrzehnten vor und nach dem Abschluss des Vertrages entstanden in Finnland mehrere Befestigungen die im Laufe der Zeit dann auch immer weiter ausgebaut wurden und auch heute noch als Burgen in vielen Städten Finnlands zu sehen sind. Im 13. Jahrhundert entstand auch Turku, die heute älteste Stadt Finnlands. Zu dieser Zeit wurde auch der Dom von Turku errichtet.
Im 14. Jahrhundert gab es noch einige kleinere Konflikte zwischen Schweden und Nowgorod um die Grenze im Osten Finnlands, die sowohl auf territorialen Ansprüchen als auch teilweise auf religiösen Unterschieden beruhten, da Schweden katholisch und Nowgorod orthodoxen Glaubens war.
Nachdem das Großfürstentum Moskau in der Mitte des 14. Jahrhunderts Nowgorod besiegt hatte kam es 1495 zum russisch-schwedischen Krieg, der bis 1497 andauernd sollte. Dieser Krieg brachte für keine Seite besondere Vorteile, allerdings wurden große Teile Finnlands im Krieg verwüstet.
Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Gustav Vasa zum König von Schweden gekrönt und reformierte in den folgenden Jahren die Kirche. Im Zuge der Reformation wurde erst das neue Testament und später dann auch die gesamte Bibel auf Finnisch übersetzt und es entstand zum ersten mal eine finnische Schrift auf deren Basis sich in Finnland eine einheitliche finnische Sprache entwickeln konnte. Im 16. Jahrhundert wurde außerdem Helsinki gegründet. Allerdings blieb Helsinki vorerst noch für lange Zeit eine relativ unwichtige Stadt.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts führte Schweden mehrere Kriege unter anderem mit Russland, auf Grund derer sich die östliche Grenze Schwedens in Finnland noch weiter Richtung Norden und Osten verschob. Die hohen Belastungen des Krieges führten zu dieser Zeit auch zu einem großen Bauernaufstand in Finnland, der jedoch von Schweden niedergeschlagen wurde.

Im 17. Jahrhundert wurde Schweden noch stärker und konnte weitere Teile Finnlands von Russland erobern. Zu dieser Zeit war Schweden eine der stärksten Mächte in Europa und beschloss auch am dreißigjährigen Krieg teilzunehmen. Die Stadt Turku erfuhr eine weitere Bestätigung ihrer damaligen Wichtigkeit, als in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Turku die erste Universität Finnlands gegründet wurde.

Ende des 17. Jahrhunderts gab es massive Hungersnöte in Finnland bald darauf kam es am Anfang des 18. Jahrhunderts zu einem Krieg zwischen Schweden und Russland der über 20 Jahre dauernd sollte. In diesem Krieg konnte Russland Teile Finnlands von Schweden zurückerobern und ein großer Teil der finnischen Bevölkerung starb während des Krieges und durch seine Folgen.
Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu einem weiteren Krieg zwischen Russland und Schweden, der diesmal in einer weiteren und umfassenden Niederlage Schwedens endete, was dazu führte, dass Finnland praktisch vollständig in den Besitz von Russland überging. Während seiner Zeit als Teil von Schweden wurde Finnland immer als Teil von Schweden geführt. Nachdem Finnland nun Russland zufiel bekam es nun immerhin eine teilweise Autonomie und wurde zum autonomen Großherzogtum Finnland. Zu dieser Zeit wurde Finnland von einem finnischen Senat verwaltet, der dem russischen Herrscher direkt unterstellt war und Helsinki wurde vom russischen Herrscher zur Hauptstadt erklärt. Durch das hohe Maß an Autonomie das Finnland im 19. Jahrhundert eingeräumt wurde konnte sich in diesem Jahrhundert ein finnischer Nationalismus entwickeln. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und Finnland wieder mehr in Russland einzugliedern wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts die Russifizierung Finnlands gestartet die eine umfassende Unterdrückung in Finnland zur Folge hatte.

Nach der Oktober Revolution in Russland beschloss das finnische Parlament am 6. Dezember 1917 die Unabhängigkeit Finnlands zu erklären. Diese Unabhängigkeitserklärung wurde zwar bald von vielen Ländern anerkannt, führte aber in Finnland selbst zu einem Bürgerkrieg zwischen Finnen, die jeweils für oder gegen den Sozialismus waren. Die anti-sozialistischen Finnen gewannen den Bürgerkrieg und bildeten eine neue Regierung und bald darauf die Republik Finnland.
Russland richtete sich in den folgenden Jahren immer mehr gegen Finnland und war der Ansicht, dass Finnland zu Russland gehören sollte. Diese Haltung führte schließlich zum Ausbruch des Winterkrieges 1939. Nach dem Ende des Krieges musste Finnland Teile Südostfinnlands an Russland abtreten. Im bald darauf folgenden Fortsetzungskrieg gegen Russland in dem Finnland teilweise mit Deutschland zusammenarbeitete verlor Finnland nach Ende des zweiten Weltkriegs abermals Teile Südostfinnlands an Russland. Allerdings konnte Finnland im Lappland Krieg 1944 und 1945 Deutschland aus Nordfinnland vertreiben und nach Norwegen zurückdrängen. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges konnte Russland die Teile Finnlands behalten, die es in Folge des Fortsetzungskrieges und des Friedens von Moskau 1944 gewonnen hatte.
In den Jahren die dem zweiten Weltkrieg folgten wurden in Helsinki die olympischen Spiele abgehalten und Finnland trat den Vereinten Nationen bei. Finnland verfolgte im 20. Jahrhundert international eine weitgehend neutrale Außenpolitik. Am Ende des 20. Jahrhunderts wurde außerdem Wert darauf gelegt sich weiter an Westeuropa anzunähern und Finnland stellte einen erfolgreichen Antrag um der Europäischen Union beizutreten.